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Interview mit dem Innenarchitekten Anthony Boelaert

Es ist schon eine Weile her, seit wir ein Interview veröffentlicht haben. Aber mit dem Innenarchitekten und Designer Anthony Boelaert konnten wir einen dicken Fisch an Land ziehen. Denn für die Dark Znow durfte er im November noch einen Interior Innovation Award in Empfang nehmen.

Anthony Boelaert ist wie eine fleißige Biene. Neben seiner Arbeit als Innenarchitekt beschäftigt er sich auch mit der Produktentwicklung. Trotzdem konnten wir ihm ein paar Minuten seiner kostbaren Zeit abknöpfen, um ihn bezüglich seiner Zusammenarbeit mit Dark zu interviewen, aber auch um über seine Vorstellungen von Inneneinrichtung und Beleuchtung zu sprechen. Aber zuerst wollen wir Ihnen Anthony erst einmal vorstellen.

Anthony Boelaert, kurz zusammengefasst

Anthony Boelaert ist als Innenarchitekt auf den Entwurf und die Realisierung von Projekten im Hotel- und Gaststättengewerbe spezialisiert, von Bars bis Restaurants und dies in sehr großem Stil. Auch schickere private Inneneinrichtungen und Einzelhandelsflächen übernimmt er mit Vergnügen. Momentan arbeitet er auch an einem Megaprojekt in der Ghelamco Arena in Gent, wo er für die Einrichtung von mehr als 10.000 m² Fläche verantwortlich ist. Die Verarbeitung und das Detail spielen bei allen seinen Projekten eine große Rolle.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist der Stil. Es wird oft gesagt, dass sich über Geschmack und Farben bekanntlich nicht streiten lässt, aber die Kunden von Anthony Boelaert müssen doch von einem der beiden Stile, mit denen er arbeitet, überzeugt sein. Seine Einrichtungen werden immer in einem Metropolitan/großstädtischen Stil oder mit einem Long Island/Strandgefühl gestaltet. Boelaert hat nämlich das Ziel, einen eigenen Hausstil und eine echte Marke aufzubauen. Sein Motto: „If you love it, then let’s do it!“

Bistro de Paris

Bistro de Paris, eines der Highlights, die Boelaert einrichtete.

Das Interview

dmlights: Zunächst und vor allem herzlichen Glückwunsch zu dem Interior Innovation Award, den Sie neulich in Empfang nehmen durften. Sie erhielten ihn für die Znow, die Sie für Dark entworfen haben. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

Bereits seit Jahren verwende ich ab und zu ein Produkt von Dark. Meistens ging es dabei um einen Blickfänger. Dark ist bekannt für seine nahezu unverkennbaren Leuchten. Nachdem ich zwei Gesamtprojekte mit Dark in den Jahren 2013 und 2014 realisiert hatte, habe ich vorgeschlagen, ihnen einmal ein paar meiner Ideen im Hinblick auf eine eventuelle Produktentwicklung zu präsentieren.

dmlights: Die Dark Znow sieht schlicht und zugleich besonders aus. Was war die Absicht hinter dieser bemerkenswerten Leuchte bzw. dem Strahler?

Ich beginne bei einer Produktentwicklung immer mit einer Frage: „Was fehlt mir bei der Gestaltung eines Gesamtinterieurs? Es erscheint logisch, dass es von diesem Leuchtentyp mehr geben müsste, aber nichts ist weniger wahr. Ein schlichter Aufbaustrahler, der ein Lichtbündel auf den Boden wirft und gleichzeitig mittels einem verstellbaren Spiegel ein schönes Fleckenlicht werfen kann, besteht praktisch nicht. Ich habe von derselben Leuchte auch bereits die doppelten und rechteckigen Versionen entworfen, die in der Znow-Kollektion herauskommen werden. Dark hat sie deshalb auch schnell urheberrechtlich schützen lassen,“ sagt er mit einem Augenzwinkern.

Dark Znow

Hier sehen Sie deutlich das „Fleckenlicht“, von dem Boelaert sprach.

dmlights: Dürfen wir in der Zukunft noch mehr Entwürfe aus Ihrer Hand in der Welt der Designbeleuchtung erwarten? Falls ja, gibt es bereits konkrete Pläne?

In meinem Büro habe ich Marnick Smessaert (Gründer Dark) und Christophe Noë (Marketing Manager Dark) in einer 3D-Präsentation vier verschiedene Leuchtenentwürfe vorgestellt. Die Entwürfe fanden deutlich Anklang, denn Marnick bekam nach eigenen Aussagen „eine Gänsehaut“ davon. Am nächsten Tag erhielt ich sogar eine Mitteilung, dass er deswegen nicht schlafen konnte. Die Znow ist also nicht der letzte Entwurf für Dark … more to come.

Außer Dark gibt es noch zwei weitere Beleuchtungshersteller, die mich angesprochen haben, aber da ist noch nichts konkret. Wer weiß, vielleicht gibt es bald noch weitere Leuchten von Anthony Boelaert in den Katalogen, aber noch ist nichts sicher.

dmlights: Die Znow kann getrost als eine Innovation auf dem Gebiet der Beleuchtung angesehen werden. Aber wie sehen Sie die weitere Entwicklung der Beleuchtung im Allgemeinen in den kommenden Jahren?

Ich denke, dass mehr auf die Schienensysteme zurückgegriffen werden wird. Die sind schon geraume Zeit wieder im Kommen. Die typische 3-Phasenschiene, die früher eher als Beleuchtung für eine Kunstgalerie angesehen wurde, findet jetzt auch unterschiedliche Verwendungen mit eingebauten Profilschienen und vielen verschiedenen Click-on-Leuchten. Damit kann in der Zukunft sicher noch sehr kreativ gearbeitet werden. Vor allem der modulare Aufbau ist für den Bauherrn interessant, wenn er eine andere Anordnung der Einrichtung wünscht.

Schienensysteme

Anthony Boelaert verwendet bereits jetzt modulare Schienensysteme in seinen Entwürfen.

dmlights: Und Innenarchitektur an sich? Haben wir da große Veränderungen zu erwarten?

Alle paar Jahre ändert sich der allgemeine Trend. Nach dem Minimalismus kam der Eklektizismus, der jetzt mehr zum „Hipster“-Stil geworden ist. Dieser Stil wird noch eine Weile andauern, aber wirklich zeitlos ist er nicht. Der folgende Trend ist wieder etwas straffer. Es wird bald mehr auf asymmetrische Formen und Dreiecksgeometrie zurückgegriffen werden (ein Trend, den wir auch bereits vorhergesehen haben). Viel Schwarz und Weiß und vor allem der Mix mit schönen, natürlichen Materialien, qualitätsvollen Möbeln und vor allem guter Beleuchtung.

Interieur

Schwarzweiß, natürliche Materialien, qualitätvolle Möbel und gute Beleuchtung.

dmlights: Sie selbst haben einen eher luxuriösen Stil mit natürlichen Materialien und vielen Designleuchten. Haben Sie eine bevorzugte Marke oder einen bevorzugten Designer im Bereich der Beleuchtung?

Ich habe mittlerweile schöne Zusammenarbeiten mit verschiedenen Herstellern gehabt. Da einen Favoriten zu nennen, tja, das ist ein bisschen schwierig. Ich bin vom ersten Tag an ein treuer Kunde von Kreon gewesen und werde das auch bleiben. Aber wie gesagt habe ich mehrere „gute Freunde“ in dieser Welt.

dmlights: Zum Abschluss vielleicht noch einen Tipp für unsere Leser. Wie können sie dasselbe luxuriöse „Feeling“ bekommen, ohne deswegen das komplette Bankkonto plündern zu müssen?

Wenn es bezahlbar sein muss, dann müssen Sie sich auf ein oder zwei teurere Stücke pro Raum konzentrieren, die man als Blickfang betrachten kann. Den Rest füllen Sie mit traditionellen Einbaustrahlern mit einem sehr feinen weißen Rand, sodass es scheint, als ob diese in der Decke verschwinden. Die Deep Ringo von Deltalight, die Lotis ES50 von Modular oder die Borderline von Orbit eignen sich dafür perfekt. Das sind Spots, die keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und nur der allgemeinen Beleuchtung dienen.

Villa

Das Gefühl von Luxus ist bei Anthony Boelaert nie weit weg.

Wenn Sie mit einer GU10-Fassung arbeiten, können Sie mit preiswerteren Halogenspots beginnen, um diese später durch etwas teurere, qualitativ hochwertigere LED-Spots zu ersetzen. So haben Sie sofort eine gut ausgeführte Beleuchtung und später können Sie an der Stromrechnung sparen. Natürlich müssen Sie links oder rechts mit einer oder zwei schönen Hängeleuchten, einem Einbauprofil und/oder einer Stehleuchte vollenden. Sonst wird es zu langweilig …


Wollen Sie ganz mit den Einrichtungs- und Beleuchtungstrends der kommenden Jahre mitgehen, dann investieren Sie in Schienenbeleuchtung. Die modularen Systeme sorgen dafür, dass Sie Ihre Beleuchtung leicht an eine Änderung des Interieurs anpassen können. Außerdem werden wir bald viele geometrische Muster und asymmetrische Flächen sehen.

Um selbst einen luxuriösen Einrichtungsstil zu erhalten, ohne das Bankkonto zu plündern, belassen Sie Ihre Grundbeleuchtung am besten schlicht. So haben Sie noch etwas Geld für ein oder zwei teurere Blickfänger übrig, die Ihrer Einrichtung einen Boost verleihen können.

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